Sonja Dobbert und Dennis Jensen gewinnen SVN-Einzelmeisterschaft 2015

64. Wow. So viele Squasher waren am 28. März 2015 im Kaiser-Center in Hannover zusammengekommen, um bei der diesjährigen SVN-Einzelmeisterschaft um den Titel zu kämpfen. Seit langer Zeit konnte damit wieder ein volles 64er-Feld gespielt werden. Eigentlich wären es sogar 66 gewesen, aber zwei Squasher setzten sich freiwillig auf die Reservebank.

Unter den 64 Teilnehmer waren erfreulicherweise auch 7 Damen, die neben der Teilnahme am Hauptfeld auch noch ihre eigene Konkurrenz austrugen. Die Damen hatten damit bis zu 8 Spiele an einem Tag zu bestreiten. Respekt!

Obwohl im Kaiser-Center den ganzen Tag über 10 Courts zur Verfügung standen, ist ein 64er-Feld doch eine zeitlich kniffelige Angelegenheit. Daher wurde die ersten beiden Runden nur auf zwei Gewinnsätze gespielt. Ebenso alle späteren Verlierer-Runden. Das Finale wurde trotzdem erste am späten Abend ausgetragen mit der Siegerehrung gegen 21:30.

Das Herrenfeld wurde von Anfang an dominiert vom Titelverteidiger Dennis Jensen vom SC Diepholz. Im Viertelfinale traf er auf Uwe Petry (Boastars Hannover), womit es zur Wiederholung des Finales von 2014 kam. Damals gab es ein packendes 5-Satz-Match, das Uwe von Wadenkrämpfen geschüttelt letzlich verlor. Wer erinnert sich nicht daran. Die Revanche glückte aber nicht, sondern Dennis setzte sich klar in drei Sätzen durch.

Der zweite beachtenswerte Teilnehmer war der U19-Spieler Thorge Bierschwall aus Harsefeld, der im Viertelfinale den an Nummer-1 gesetzten Björn Lamsat (Langenhagen) mit 3:0 aus dem Turnier warf.

Die beiden weiteren Halbfinalteilnehmer waren die Nummern 3 und 4 der Setzliste, Thomas Kretschmer (Dropshotters Braunschweig) und Martin Tonn (Diepholz). Dennis hatte keine Probleme mit Thomas (3:0). Das Spiel zwischen Thorge und Martin war deutlich knapper, aber letztlich setzte sich Thorge mit 3:1 durch.

Somit kam es im Finale zum Treffen der Generationen: Der Youngstar Thorge gegen den amtierenden Meister Dennis.

Der erste Satz begann sehr ausgeglichen und keiner der Spieler konnte sich absetzten. Thorge ging dann zwar mit 7:5 und 9:7 in Führung, gab den Satz aber noch mit 9:11 ab.

Im zweiten Satz starte Thorge stark mit 5:1 und hatte beim Stand von 10:5 fünf Satzbälle. Der Satzausgleich schien in greifbarer Nähe.

Dennis kam mit einigen schnellen Winnern und vermeidbaren Fehlern von Thorge aber zurück in den Satz (8:10) und wehrte auch alle verbliebene Satzbälle ab. Dennis verwertete schließlich seinen zweiten Satzball
zum 13:11.

Vermutlich noch gefrustet vom Auslassen seiner Chancen kam Thorge überhaupt nicht in den dritten Satz rein und Dennis konnte sich mit 4:0 absetzen. Thorge fand aber zu seinem Spiel zurück und ging mehrfach in Führung (8:6 und 9:7).

Aber wie schon im ersten Satz reichte es nicht für Thorge. Er ging hohes Risiko, setzt aber seine beiden letzten Bälle aufs Tin.

Dennis gewann Satz und Spiel schließlich mit 11:9, 13:11 und 11:9 und ist damit alter und neuer SVN-Meister.

Damit konnte sich Erfahrung gegen die Jugend durchsetzen. Gegen den nervenstarken Dennis scheiterte Thorge wohl hauptsächlich an seinen eigenen Nerven. Letztlich war der Titel aber hochverdient, musste Dennis doch in seinen 6 Spielen keinen einzigen Satz abgeben.

Bei der anschließenden Siegerehrung fand Dennis Jensen nur lobenden Worte über seinen Gegner und das gesamte Turnier. Er würde nächste Jahr noch ein letztes Mal antreten, aber dieses Turnier habe schon gezeigt, dass die Zukunft der Jugend gehöre, sagte er.

Ein Aufzeichnung des Spieles findet ihr auf YouTube (siehe Link am Ende des Artikels).

Im Spiel um Platz 3 konnte sich Martin Tonn in vier Sätzen behaupten.

Bei den Damen hatte die an 1 gesetzte Sonja Dobbert aus Langenhagen nach einem Freilos in der ersten Runde im Folgenden leichtes Spiel und gewann im Finale gegen Anette Röben vom RC Rüstersiel. Sie hat den Titel ohne Satzverlust erringen können. Auch im Hauptfeld war Sonja die beste Dame und errang Platz 25.

Aufgrund von positiven Erfahrungen bei anderen Turnieren wurde die SVN-EM erstmals ohne Schiedsrichter gespielt. Zum einem nahm dies viel Last von der Turnierleitung, zum anderen stärkte es aber auch das
Miteinander der Spieler. Diese Entscheidung hat sich auf jeden Fall bewährt und kam bei den meisten Spielern sehr gut an.

Lediglich in den Halbfinal- und Finalspielen wurde mit Schiedsrichter gespielt. Das Finale wurde dabei vom Bundesligaschiedsrichter Jürgen Moslehner sehr souverän und besonnen geleitet.

Ein großes Dankeschön geht an die Turnierleitung bestehend aus Thorsten Narjes und Bern Teßmer, beide von den Boastars Hannover. Obwohl sie selbst auch als Spieler am Turnier teilnahmen, gelang ihnen ein
souverän geführtes Turnier. Witzerweise mussten sie in der Halbfinalrunde gegeneinander antreten. Dabei konnte sich Bernd glatt in drei Sätzen durchsetzen. Das Turnier kam in dieser Zeit aber nicht zum Erliegen, denn dankenswerter Weise stand unser SVN-Vorsitzender Matthias Urban als Interimsturnierleiter zur Verfügung.

Vielen Dank auch an alle Spieler und weiteren Helfer, die dieses tolle Turnier ermöglicht haben. Auf eine neues in 2016!?